Hubwagen elektrisch oder manuell: wann sich der Wechsel lohnt
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Die Schwelle ist nicht die Zahl der Paletten pro Tag, denn keine unabhängige Quelle veröffentlicht sie. Das nachprüfbare Kriterium ist die Kraft an der Deichsel: über 360 N Anfahrkraft für einen Mann und 240 N für eine Frau stuft die ISO/TR 12295 die Bedingung als kritisch ein. Im Katalog führen wir 12 Handhubwagen von 657 € bis 3.208 € und ein Modell mit elektrischem Fahrantrieb zu 2.345 €. Offizieller Distributor seit 2007.
Jeder, der Flurförderzeuge verkauft, nennt eine Schwelle: zwanzig Bewegungen am Tag, dreißig, fünfzig. Sucht man bei ISO, HSE, CCOHS, INAIL, SUVA, DGUV und EU-OSHA, taucht diese Schwelle in keinem einzigen Dokument auf. Es gibt keinen Wert in Paletten pro Tag, keinen in Zyklen pro Stunde und keine von dritter Seite gerechnete Amortisation.
Was es gibt, und was sich im Betrieb mit einem Kraftmesser für wenige Dutzend Euro messen lässt, ist die Kraft, die der Bediener an der Deichsel aufbringen muss. Zwei Werte: die Anfahrkraft, also die Kraft, um die stehende Last in Bewegung zu setzen, und die Haltekraft, also die zum Inbewegunghalten nötige.
Das Thema ist nicht theoretisch. Für den Fünfjahreszeitraum 2020-2024 im Sektor Transport und Lagerei schreibt die italienische INAIL fast 50 % der Unfälle dem Bewegen von Lasten unter körperlicher Anstrengung oder dem Kontrollverlust über Arbeitsmittel zu. Nur 12 % betreffen ein Transportmittel.
Die UNI ISO 11228-2 regelt Zieh- und Schubvorgänge, und der technische Bericht ISO/TR 12295 liefert dazu die Anwendungswerte. Sie sind so ausgelegt, dass sie 90 % der arbeitenden Bevölkerung schützen.
| Bedingung | Anfahrkraft | Haltekraft | Häufigkeit |
|---|---|---|---|
| Akzeptabel | bis 100 N | bis 30 N | 1-mal alle 5 Minuten |
| Kritisch, Männer | ab 360 N | ab 250 N | beliebig |
| Kritisch, Frauen | ab 240 N | ab 150 N | beliebig |
Zwischen 100 und 360 N öffnet sich ein Zwischenbereich, der die analytische Bewertung mit den Tabellen von Snook und Ciriello verlangt. Dort zählt die Häufigkeit mehr als das Gewicht: für einen Mann im 90. Perzentil sinkt die zulässige Anfahrlast von 26 kg einmal in acht Stunden auf 14 kg einmal alle sechs Sekunden, ein Rückgang um 46 %.
Die Behörden anderer Länder nennen Werte derselben Größenordnung. Die britische HSE bleibt tiefer, bei 200 N Anfahrkraft für Männer und 150 für Frauen, die kanadische CCOHS liegt bei 320 und 220. Für ein italienisches Dokument bleibt die ISO/TR 12295 die Referenz.
Eine veröffentlichte Tabelle gemessener Kräfte an Hubwagen bei typischen Lasten gibt es nicht. Es gibt aber die Physik des Rollwiderstands, mit in der Fachpresse dokumentierten Beiwerten: die Formel lautet Widerstand gleich Beiwert mal Normalkraft, und für hartes Polyurethan mit 92 Shore A, der Mischung der Räder der gesamten Katalogreihe, beträgt der Beiwert 0,008.
Angewandt auf einen Hubwagen mit 1.000 kg Last und 70 kg Eigengewicht ergibt sich dieses Bild.
| Untergrund | Haltekraft | Anfahrkraft |
|---|---|---|
| Glatter Stahl | rund 84 N | 126 – 252 N |
| Industrieboden in gutem Zustand | rund 109 N | 165 – 330 N |
| Roher Beton | 168 – 252 N | 252 – 756 N |
Es sind berechnete, nicht gemessene Werte, und sie sind als Größenordnung zu lesen. Doch schon mit 1.000 kg auf einem Industrieboden in gutem Zustand fällt die geschätzte Anfahrkraft in den kritischen Bereich für Frauen und nähert sich dem für Männer. Auf rohem Beton überschreitet sie ihn.
Das Verhältnis zwischen Anfahr- und Haltekraft liegt je nach Radmaterial zwischen dem 1,5- und dem 3-Fachen. Das erklärt, warum sich die empfundene Anstrengung auf den Start und auf jedes Wiederanfahren nach einer Pause konzentriert und nicht auf die Fahrstrecke.
Steigung. Die deutsche Technische Regel ASR A1.8 setzt 6 %, also 3,5 Grad, als maximale Steigung von Rampen für den manuellen Transport fest. Die CCOHS nennt 15 % als Grenze der körperlichen Machbarkeit, das ist jedoch ein Extremwert und kein Planungskriterium.
Entfernung. Über 30-35 Meter je Zyklus empfiehlt die CCOHS das motorisierte Gerät. Die HSE stuft Wege bis 20 Meter ohne Pause als risikoarm ein.
Häufigkeit. Über 200 Zyklen je Achtstundenschicht empfiehlt die CCOHS den Wechsel zum Elektroantrieb.
Beim Thema Steigung ist die Verbindung zum Katalog eindeutig. Der Bernardo PHW 1,5 semi-electric (2.345 €) hat einen elektrischen Fahrantrieb mit 500 W bei 24 V, bewältigt Steigungen von 5 % unter Last und 8 % ohne Last und fährt beladen 3,0 km/h. Die ASR-Grenze für den manuellen Betrieb liegt bei 6 %: die beiden Zahlen treffen sich fast genau.
Ein Argument in die andere Richtung, das man vor der Bestellung kennen sollte. Der semi-electric hat einen Wenderadius von 1.430 mm gegenüber rund 1.340 mm bei einem typischen Handhubwagen. Das sind 90 mm mehr Gangbreite. In engen Gängen ist das ein Grund, beim Handgerät zu bleiben.
| Modell | Tragfähigkeit | Gabeln | Höhe min/max | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Ravendo Quick Lift PQLS 2000 | 2.000 kg | 800 mm | 85 mm | 657 € |
| Bernardo PHW 2,5 P | 2.500 kg | 1.150 × 160 mm | 85 / 200 mm | 671 € |
| Bernardo PHW 2,0 W eco | 2.000 kg | 1.150 × 160 mm | 90 / 200 mm | 722 € |
| Ravendo Quick Lift PQL 2500 | 2.500 kg | 1.150 mm | 85 mm | 789 € |
| Bernardo PHW 1,5 LOW-51 | 1.500 kg | 1.150 × 160 mm | 51 / 165 mm | 793 € |
| Bernardo PHW 2,0 L-1800 | 2.000 kg | 1.800 × 160 mm | 85 / 200 mm | 1.057 € |
| Bernardo PHW 2,0 L-2000 | 2.000 kg | 2.000 × 160 mm | 85 / 200 mm | 1.120 € |
| Bernardo PHW 1,0 LOW-35 | 1.000 kg | 1.120 × 160 mm | 35 / 90 mm | 1.159 € |
| Bernardo PHW 2,0 L-2500 | 2.000 kg | 2.500 × 160 mm | 85 / 200 mm | 1.725 € |
| Bernardo PHW 5,0 S | 5.000 kg | 1.150 × 210 mm | 90 / 200 mm | 2.049 € |
| Bernardo PHW 2,0 W | 2.000 kg | 1.150 × 180 mm | 85 / 200 mm | 2.458 € |
| Bernardo PHW 2,0 W-Print | 2.000 kg | 1.150 × 180 mm | 85 / 195 mm | 3.208 € |
Zwei Modelle verdienen eine eigene Zeile. Der PHW 5,0 S trägt 5.000 kg und läuft auf Doppelrollen: über 682 kg Last empfiehlt die CCOHS ohnehin die Kraftprüfung, bei dieser Maschine ist die Messung an der Deichsel also nicht optional. Die beiden Ravendo Quick Lift heben ohne Last mit einem einzigen Pumpenhub, das einzige funktionale Unterscheidungsmerkmal, das in der gesamten Handreihe angegeben ist. Die vollständige Liste steht in der Kollektion Fördertechnik und Arbeitsausrüstung.
Der Standard-Hubwagen fährt mit 85 mm unter die Palette, und die ISO 509 setzt das Maximum bei 86. Die ISO 6780 schreibt vor, dass eine normkonforme Palette mindestens 89 mm lichte Höhe im flachen Profil bietet, 95 im Standard- und 100 im hohen Profil.
Daraus folgt ein Schluss, den kaum jemand schreibt: unter jede nach ISO 6780 konforme Palette passt der Standard-Hubwagen, mit mindestens 3 mm Reserve selbst im ungünstigsten Fall. Die Niederhubvariante ist ausschließlich für nicht konforme Ladungsträger nötig, also solche mit weniger als 89 mm lichter Höhe. In der Praxis: nicht genormte Paletten aus dem Bauwesen, Sonderkästen, Display-Plattformen und beschädigte Paletten mit gebrochenen Brettern oder gequetschten Klötzen.
Und das ist nicht umsonst zu haben. Vom LOW-51 zum LOW-35 verliert man 500 kg Tragfähigkeit und 45 % des nutzbaren Hubs, wobei die Maximalhöhe von 165 auf 90 mm sinkt. Das niedrigere Modell kostet 366 € mehr und trägt ein Drittel weniger.
Bei den langen Gabeln kommt die technische Regel aus dem HSE-Leitfaden PM15: die Gabeln müssen mindestens 75 % der zu ihnen parallelen Palettenabmessung in die Palette eindringen. Zwei EPAL hintereinander ergeben 2.400 mm, 75 % davon sind 1.800. Genau das ist das Maß des L-1800, das damit für diesen Fall das normative Minimum ist. Der L-2000 arbeitet mit Reserve, der L-2500 ist für Lasten gedacht, die über die Palette hinausragen.
Die drei Modelle mit integrierter Waage wiegen die Last während des Transports. Keines der drei ist geeicht, und das bestimmt, was man damit tun darf.
Anwendbar ist die Richtlinie 2014/31/EU über nichtselbsttätige Waagen, in Italien umgesetzt durch das D.Lgs. 83/2016. Sie verlangt ein konformes und der gesetzlichen messtechnischen Kontrolle unterworfenes Gerät, wenn die Masse zur Bestimmung von Handelsgeschäften, Gebühren und Tarifen, zur Anwendung von Rechtsvorschriften, in der medizinischen Praxis oder für den Verkaufspreis an die Öffentlichkeit dient.
Übersetzt: wer nach Gewicht fakturiert, nach Gewicht verkauft oder ein Gewicht aufgrund einer Rechtsvorschrift bescheinigen muss, braucht ein geeichtes Gerät, mit wiederkehrender Prüfung alle drei Jahre nach dem italienischen D.M. 93/2017 und Meldung an die Handelskammer innerhalb von dreißig Tagen nach Nutzungsbeginn. Wer zur internen Kontrolle, zur Ladungsprüfung oder zur Versandvorbereitung wiegt, nicht.
Eine technische Beobachtung, die deutlich macht, warum. Für die Genauigkeitsklasse III sind mindestens 500 Teilungswerte oberhalb von 5 Gramm Teilungsintervall erforderlich. Bei einer Tragfähigkeit von 2.000 kg bedeutet das einen Teilungswert von höchstens 4 kg.
Für den Hubwagen, ob handbetrieben oder elektrisch mitgängergeführt, ist die besondere Befähigung nach Art. 73 Absatz 5 des italienischen D.Lgs. 81/2008 nicht erforderlich. Der Hubwagen erscheint weder in der Liste des Accordo Stato-Regioni vom 22. Februar 2012 noch in der des neuen Accordo vom 17. April 2025, der Obstsammelwagen, Materialumschlaglader und Brückenkrane ergänzt hat, ohne die Hubwagen anzurühren.
Der Grund liegt in der Definition: der Accordo verlangt die Befähigung für Flurförderzeuge, die von einem auf einem Sitz mitfahrenden Bediener geführt werden. Das italienische Arbeitsministerium hat mit Rundschreiben vom 10. Juni 2013 Nr. 21 klargestellt, dass die Liste abschließend und nicht analog erweiterbar ist, und dabei ausdrücklich selbstfahrende Flurförderzeuge ohne Sitz unter den ausgenommenen Arbeitsmitteln genannt.
Keine Befähigung heißt nicht keine Pflichten. Es bleiben Information, Unterweisung und vor allem die Einarbeitung nach Art. 73 Absätze 1 und 4, strafbewehrt. Nach dem italienischen D.L. 146/2021 stellt Art. 37 Absatz 5 klar, dass die Einarbeitung in der praktischen Übung besteht und die durchgeführten Maßnahmen in einem eigenen, auch elektronischen Register nachzuweisen sind. Und seit 2023 verpflichtet Art. 73 Absatz 4-bis auch den Inhaber, der die Maschine selbst bedient, sich selbst zu unterweisen und einzuarbeiten: die am häufigsten vergessene Pflicht in Kleinstbetrieben, die im Sektor Transport und Lagerei 87,2 % aller Betriebe ausmachen.
Zu den Prüfungen: der Hubwagen steht nicht in Anhang VII, unterliegt also keiner wiederkehrenden Prüfung durch INAIL oder ASL. Es bleiben jedoch die regelmäßigen und außerordentlichen Kontrollen nach Art. 71 Absatz 8, durchzuführen durch eine befähigte Person in den vom Hersteller angegebenen Abständen, mit schriftlichen Ergebnissen, die mindestens drei Jahre aufzubewahren sind. Den Turnus legt das Handbuch fest, nicht das Gesetz.
Der Rat von Sandra Gaspar
Bevor ich ein Elektrogerät anbiete, bitte ich immer darum, die Anfahrkraft an der Deichsel zu messen, mit der tatsächlichen Last und auf dem tatsächlichen Boden. Das kostet zehn Minuten, und in der Hälfte der Fälle bleibt der Wert im grünen Bereich: dieser Kunde kauft dann ein Handgerät für 671 € statt einer Maschine für dreitausend Euro und bleibt Kunde.
Ein Führerschein ist nicht nötig. Für mitgängergeführte Hubwagen braucht es auch die Befähigung nach dem italienischen Accordo Stato-Regioni nicht, die Stapler mit auf einem Sitz mitfahrendem Fahrer betrifft. Verpflichtend bleiben Information, Unterweisung und Einarbeitung mit praktischer Übung, dokumentiert in einem Register.
Die wörtliche Lesart schließt es aus: die italienische Ministerialrundschreiben 21/2013 nimmt selbstfahrende Flurförderzeuge ohne Sitz aus, und auf einer Standplattform fährt der Bediener zwar mit, sitzt aber nicht. Viele Betriebe wählen den Staplerkurs trotzdem, aus Vorsicht. Das ist eine Entscheidung der Gefährdungsbeurteilung.
Im Katalog reicht sie bis 5.000 kg mit dem Bernardo PHW 5,0 S. Keine Norm schreibt einen Sicherheitszuschlag auf die Nenntragfähigkeit vor: der angegebene Wert ist die Grenze. Zu bedenken ist allerdings, dass die EN ISO 3691-5 die Leistungsangaben auf glatte, ebene und harte Flächen bezieht.
Wenn der Ölstand stimmt und das Problem bleibt, sind die häufigsten Ursachen eine innere Leckage am Kolben, ein klemmendes Senkventil oder verschlissene Dichtungen. Bei lange stillstehenden Geräten ist das Festsetzen durch Stillstand üblich, und genau deshalb sieht der italienische Art. 71 eine außerordentliche Prüfung nach längeren Standzeiten vor.
Ein Standardgerät liegt bei rund 70 kg. Lange Gabeln erhöhen das: 125 kg beim L-1800, 155 kg beim L-2500. Der PHW 5,0 S mit 5.000 kg Tragfähigkeit wiegt 192 kg, das Modell mit elektrischem Fahrantrieb 160 kg einschließlich Batterie.
Quellen: UNI ISO 11228-2 und ISO/TR 12295 (italienische Übersetzung EPM Emilia-Romagna); Tabellen von Snook und Ciriello; HSE INDG143 und PM15; CCOHS; ASR A1.8; ISO 509:1996; ISO 6780:2003; EN ISO 3691-5:2015; D.Lgs. 81/2008 Artt. 37, 71, 73 und Anhang VII; Accordo Stato-Regioni 22/02/2012 und 17/04/2025; Circolare MLPS 21/2013; Richtlinie 2014/31/EU, D.Lgs. 83/2016, D.M. 93/2017; OIML R76-1; INAIL, Dati Inail Nr. 10 Oktober 2025; technische Datenblätter Bernardo und Ravendo.